Warth - Beschneiungsanlage
Veröffentlicht am 20.12.2017

Frau Holles irdische Kollegen

Schneemachen ist eine faszinierende Aufgabe. Für erfahrene Schneimeister ist sie Alltag. Und trotzdem ist die neue Beschneiungsanlage in Warth für das Team der Skilifte jeden Tag eine Herausforderung und Ansporn – denn guter Schnee ist hier Ehrensache.   

Schneemachen ist eine faszinierende Aufgabe. Für erfahrene Schneimeister ist sie Alltag. Und trotzdem ist die neue Beschneiungsanlage in Warth für das Team der Skilifte jeden Tag eine Herausforderung und Ansporn – denn guter Schnee ist hier Ehrensache.   

Die Schneimeister von Warth

Betriebsleiter Markus Lorenz und sein Stellvertreter Florian Huber diskutieren über Ihre große Leidenschaft, den Schnee. Die beiden sind die Schneimeister der Skilifte Warth. Seit November 2017 verfügen sie über eine der modernsten Beschneiungsanlagen der Alpen. Mit 104 Schneigeräten, 19 Lanzen und 85 Probellern, produzieren Sie jenen Schnee, der in Verbindung mit dem Naturschnee, für beste Pistenverhältnisse sorgt. Und das vom ersten bis zum letzten Skitag.

Frau Holles irdische Kollegen
Skilifte Warth Beschneiung
Betriebsleiter Markus Lorenz mit Stellvertreter Florian Huber und Schneemacher Reinhold Bickel in der neuen Pumpstation Hochalp.

Neue Beschneiungsanlage

Die Verantwortlichen der Skilifte Warth haben gemeinsam mit Christian Weiler vom Büro Klenkhart & Partner das Beschneiungskonzept geplant und das Bauprojekt begleitet. In zwei Sommern wurde der neue Speicherteich Hochalpsee zusammen mit den beiden Pumpstationen sowie dem ca. 15km umfassenden Leitungsnetz errichtet. Der Hochalpsee ist der größte Schneiteich in Vorarlberg, liegt auf 2.000 Metern Höhe und fasst 170.000m³ Wasser. Den ausführenden Firmen aus der Region ist es gelungen das Bauwerk optimal in die alpine Landschaft einzubetten. Durch die gelungene Zusammenarbeit von Bauherr, Bauleitung, Projektpartnern und der Grundeigentümern konnte dieses Großprojekt in so kurzer Zeit umgesetzt werden.

Die leistungsfähige Anlage ermöglicht bei idealen Bedingungen eine Beschneiung der Hauptpisten in rund 70 Stunden. Somit sind vom ersten bis zum letzten Skitag beste Schneeverhältnisse garantiert. „Die Schneizeit ist überwiegend von November bis Weihnachten. In dieser Zeit ist unser Team im Schichtbetrieb bis zu 24 Stunden am Berg im Einsatz.“ erklärt Betriebsleiter Markus Lorenz.

Aus der Feuchtkugel zum Schneekristall

Wasser, Druck und kalte Luft – und sonst nichts – sind die Basiszutaten für die technische Beschneiung. Die wichtigsten Variablen für die Schneequalität sind Wassertemperatur, Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit woraus sich die Feuchtkugel ergibt. „Je weiter die Feuchtkugel im Minusbereich liegt, desto besser bilden sich aus den Wassertröpfchen Schneekristalle“, erklärt Florian Huber.

Auf der Nordseite der Alpen sind für die Beschneiung aufgrund der vergleichsweise hohen Luftfeuchtigkeit kältere Temperaturen wie auf der Alpensüdseite erforderlich. Lorenz und Huber wissen in welchem Skigebiets- oder Pistenbereich wieviel Schnee benötigt wird. Jahrelange Erfahrung aus dem Betrieb des Skigebietes bildet die Entscheidungsgrundlage für die Schneeproduktion. Dafür nutzen Sie ihre genauen Ortskenntnisse, analysieren computerbasierte Daten und bekommen wertvolle Informationen von ihren Teams die während der Beschneiung und der Pistenpräparation nahezu 24 Stunden im Skigebiet unterwegs sind.

Ausbildungsberuf Seilbahntechniker

David Schwarmann, Seilbahntechniker im 3. Lehrjahr

Skilifte Warth - Lehrling
Für David ist die Ausbildung zum Seilbahntechniker fast abgeschlossen. Hier übernimmt er eine Kontrollfahrt im Skigebiet.

Hightech-Steuerung für den perfekten Schnee

Zusätzlich zu den Daten aus der Beschneiungsanlage verfügt das Team über die exakte Schneehöhe auf den Pisten, welche in den Pistengeräten mittels modernster GPS-Technologie gemessen wird. Diese Informationen bilden die Entscheidungsgrundlage für das Schnei-Management. Denn zu viel Schnee bedeutet Ressourcenverschwendung. Hier geht es vor allem um perfekte Pisten, den eigenen Qualitätsanspruch aber auch um Kostenbewusstsein. Kurz gesagt: Die Herausforderung für die Schneimeister und ihre Anlage ist es, möglichst effizient, die perfekte Piste zu schaffen.

Schneesicherheit für die Region

Das Team der Skilifte Warth ist sich seiner Verantwortung bewusst. Schnee ist die Grundlage für den Wintertourismus einer ganzen Region. Besonders zum Saisonstart, wenn Frau Holle im Frühwinter noch nicht perfekt mitspielt, muss auf das Skilift-Team Verlass sein, damit die Pisten in Top-Zustand sind und das Skigebiet Anfang Dezember öffnen kann. Gäste und Touristiker profitieren somit gleichermaßen von der neu geschaffenen Schneesicherheit zum Saisonbeginn.

Auf einen Blick: Die Schneeanlage der Skilifte Warth:
  • Inbetriebnahme: Dezember 2017
  • Fassungsvermögen Hochalpsee (2.000 m): 17.000 m3 (größter Speichersee Vorarlbergs)
  • Pumpleistung der beiden Pumpstationen: 500 l/s
  • Anzahl Schneeerzeuger: 104 (19 Schneelanzen, 85 Propeller)
  • Anzahl Zapfstellen (Wasser und Strom): 130
  • Beschneite Fläche: 37 ha
  • Beschneite Pistenlänge: 14,8 km
  • Hersteller DemacLenko: www.demaclenko.com