
Winterurlaub im schneereichsten Skigebiet am Arlberg.
Winter für aktive Familien.
Autoren: Jenny & Andi von Travelisto.
Es ist Winter und es ist kalt. Bei uns im Flachland liegt aber wie immer kein Schnee. Weihnachten und Silvester sind vorbei, wir haben noch ein paar Tage frei und es zieht uns in die Berge in den Schnee.
Welches Skigebiet ist für ein paar Tage Skifahren von uns aus gut erreichbar? Und wo kommen wir als mittelmäßig Skifahrende voll auf unsere Kosten? Wir wünschen uns Abwechslung zum einen, Idylle und Urigkeit zum anderen. Wo gibt es das beides gleichzeitig? Gibt es das überhaupt? Ja, in Österreich am Arlberg!
Die Anreise.
Der Schnee wird mehr, je höher wir kommen und je weiter wir nach Österreich hineinfahren. Was für ein Winterwunderland! Mittags sind wir da. Freundlich werden wir im Ski- und Wanderhotel Jägeralpe in Empfang genommen, unserer Basis für die nächsten drei Tage. Von hier aus können wir direkt die Skier anschnallen und losfahren, ist das toll! Aber bevor ich euch von den Pisten anfange vorzuschwärmen, will ich erst einmal ein paar Worte zum Hotel loswerden.
Spuren im Schnee: Winterwandern.

Im Hotel werden wir aber alles erst nach und nach erkunden. Nachdem wir uns unsere Skiausrüstung direkt nebenan bei Sport Jug ausgeliehen haben, stapfen wir erstmal zu Fuß los. Endlich kommen mal wieder meine Moonboots zum Einsatz! Auf präparierten Wanderwegen könnt ihr verschiedene Routen auswählen, eine kleine Runde mit 20 Minuten Gehzeit, eine mittlere mit einer Stunde Gehzeit (die nehmen wir) und eine große Runde mit zweieinhalb Stunden Gehzeit bis zum Körbersee und zurück, die wir zeitlich leider nicht mehr schaffen und es fängt auch schon fast an zu dämmern. Wir marschieren also von der Jägeralpe zum Hochtannbergpass und einmal rund um den Simmel zurück. Ein schöner Weg, Langläufer:innen sind hier auch auf der Loipe unterwegs. Es ist schön, so durch den Schnee zu spazieren, zugleich kribbelt es uns in den Beinen und wir freuen uns immer mehr auf den ersten Skitag morgen.
Action pur: Moonbiken.

Wart ihr schon einmal Moonbiken? Wir nicht und müssen gestehen, dass wir den Begriff vorher noch nicht einmal kannten. Das soll sich heute ändern. Um 17 Uhr nehmen wir Platz auf Elektro-Moonbikes im benachbarten Moon-Bikepark, nur 5 Minuten zu Fuß durch den Schnee vom Hotel Jägeralpe aus. Eigentlich sieht es ganz einfach aus, mit den Moonbikes zu fahren, aber täuscht euch nicht! Sie sind ordentlich schnell (bis knapp über 40 km/h!) und das Lenken im tiefen Schnee ist gar nicht leicht! Spaß macht es auf jeden Fall, durch den Tiefschnee zu pesen, allerdings muss man erst einmal lernen, mit den Bikes umzugehen. Deshalb eignen sie sich auch erst für Jugendliche ab 14 Jahren.
Skifahren mit Schneegarantie: Skigebiet Ski Arlberg.
Das Skigebiet Warth-Schröcken ist an sich schon gigantisch groß und sehr abwechslungsreich. Für uns mittelmäßig gut Fahrende gibt es unzählige Varianten an roten und blauen Pisten, für professionellere Skifahrer, die noch mehr Herausforderung suchen, auch einige schwarze. Die Pisten werden mit modernster Technik beschneit, es liegt aber auch genug Naturschnee. So ist Schnee von Dezember bis April garantiert. Die Schneesicherheit wird durch die perfekte Nordlage noch erhöht. Und wem Warth-Schröcken mit seinen 15 Bergbahnen und Liften und 62 Skikilometern als Skigebiet noch immer nicht ausreicht und sich noch mehr Abwechslung wünscht, fährt seit 2013 im gesamten Gebiet Ski Arlberg im größten zusammenhängenden Skigebiet Österreichs. Ski Arlberg ist ein Zusammenschluss der drei Skigebiete Warth-Schröcken, St. Anton, St. Christoph und Stuben sowie Lech/Oberlech/Zürs mit insgesamt 300 Kilometern Skiabfahrten und 85 Bergbahnen und Liften.
Im Schnitt fallen hier im Dreiländereck zwischen Vorarlberg, Tirol und Allgäu pro Saison 9 Meter Schnee. Für uns liegt momentan viel Schnee, aus einheimischer Sicht wenig. Dass die Temperaturen eisig sind (bis zu minus 23 Grad), da sind wir uns alle einig. Da hilft nur Skifahren!

Zudem gibt es im Skigebiet noch eine Menge Highlights, die bei allen Skifahrenden für viel Spaß sorgen.
Sportliche Höhepunkte wie der berühmte Run of Fame, eine 85 Kilometer lange Skirunde durch das gesamte Arlberg-Gebiet, bieten ein unvergleichliches Erlebnis für ausdauernde Wintersportler. Für Action und eine persönliche Analyse der eigenen Leistung sorgen die Skimovie-Strecke, auf der die eigene Abfahrt per Video festgehalten wird, sowie der Speed Check, der die Höchstgeschwindigkeit misst und auf einer Anzeigetafel präsentiert. Auch für Familien und den Nachwuchs ist bestens gesorgt: Während Paulis Kinderland in Warth den idealen Einstieg für die ersten Schwünge ermöglicht, bietet das weitläufige Salober Kinderland in Schröcken alles, was kleine Skifahrer für einen spielerischen Start benötigen. Den perfekten Skitag rundet schließlich ein Besuch am Panorama Photopoint ab, an dem man sich vor der beeindruckenden Kulisse der Bergwelt fotografieren lassen und die Erinnerung digital mit nach Hause nehmen kann.
Das Skigebiet Warth-Schröcken erkunden wir an unserem ersten Skitag nicht alleine, sondern mit Skiguide Hubert von der Skischule Warth, der, wie sich im Laufe des Tages nach und nach herausstellt, nicht nur eine lokale Legende ist, sondern eine internationale Berühmtheit. Das hat er uns aber nicht selbst erzählt, sondern wir haben es so herausgefunden: Von der Gondel einer Bergbahn lacht uns ein Skiprofi entgegen. „Den kenn ich!“, sagt Andi. „Das ist mein Sohn“, entgegnet Hubert. Johannes Strolz, Skirennläufer mit Fokus auf Slalom und Riesenslalom und dreifacher Medaillengewinner bei der Winterolympiade in Peking 2022 und damit einer der drei größten Berühmtheiten, die der kleine Ort Warth bislang hervorgebracht hat. Auf der nächsten Gondel, unverkennbar, wenn auch in etwas jüngeren Jahren: Hubert selbst! „Und hast du auch Medaillen gewonnen?“, fragen wir ihn. Hat er! Und jetzt dämmert uns auch, von wem der erfolgreiche Sohn sein Talent geerbt hat. Auch Hubert hat als professioneller Skirennfahrer viele Preise gewonnen. Zu seinen größten Erfolgen zählt sicherlich sein Olympiasieg in Calgary 1988. Es macht uns viel Freude, den Tag mit Hubert auf der Piste unterwegs zu sein. Er erklärt uns alles über das Skigebiet und die Region, zum Beispiel, wie sich der Skitourismus seit seiner Kindheit weiterentwickelt hat. Hubert kennt hier wirklich alle und alle kennen ihn. Und sie lieben diesen sympathischen und bodenständigen Mann, der nicht nur Olympionike und Skilehrer ist, sondern auch auf dem Hof der Familie als Landwirt und Gastgeber für Feriengäste arbeitet.
Ein Skitag in Warth-Schröcken.
Am zweiten Skitag müssen wir ohne Hubert zurechtkommen. Was kein Problem ist, da er uns wirklich alles gezeigt hat. Wir finden uns prima zurecht und kombinieren immer wieder unterschiedliche Bahnen, Lifte und Abfahrten, sodass uns auch nach mehreren Skitagen nie langweilig werden würde. Auch wo man gut mittags einkehren kann, um sich mit etwas Warmen zu stärken und ein wenig aufzutauen (bei zum Teil mehr als 20 Grad minus tut das wirklich Not!), hat uns Hubert gezeigt, zum Beispiel im Berggasthof Körbersee. Die Hütte (Hotel und Gasthof) ist nicht über Straßen erreichbar, sondern ausschließlich zu Fuß oder per Ski.
Walser Kultur erleben.
Täglich von 14 bis 17 Uhr (Ruhetag ist Samstag) könnt ihr in einem original Walserhaus einiges über Tradition und Geschichte des Ortes Warth lernen, der erstmals 1412 urkundlich erwähnt wurde. Die Gegend wurde vor vielen Jahrhunderten von Menschen aus dem Schweizerischen Wallis besiedelt. Die nach ihnen benannten Walserhäuser waren alle gleich aufgebaut. Das Kultur Stuba Lädele ist im Besitz der Gemeinde Warth und liegt direkt gegenüber der Kirche mitten im Ort. Hier erfahrt ihr nicht nur, wie die Menschen damals hier gelebt und Landwirtschaft betrieben haben. Ihr könnt auch hübsche regionale Spezialitäten, für euch selbst oder als Mitbringsel erstehen. Gleich nebenan ist das kleine Skimuseum untergebracht. Hier begegnen uns natürlich Hubert und Johannes Strolz wieder. Und nun erfahren wir auch, wer die dritte Warther Berühmtheit ist: Wiltrud Drexel, die bei den Olympischen Winterspielen 1972 in Sapporo die Bronzemedaille im Riesenslalom gewonnen hat. Alle Medaillen sind hier nachgestellt.
Geführte Laternenwanderung.


Da wartet noch mehr.

Was könnt ihr noch machen im aktiven Familienurlaub in Warth?
Die Dorfbahn in Warth bietet weit mehr als Bergblicke und Höhenmeter. Sie ist ein idealer Ausgangspunkt für winterliche Spaziergänge und fröhliche Rodelabenteuer. Mit der 8er-Kabine geht es entspannt nach oben, wo gut präparierte Winterwanderwege starten und eine Rodelstrecke direkt zurück ins Dorf führt. Wer es aktiver mag, kann den Weg bergauf auch zu Fuß zurücklegen. Der Einstieg zum Winterwanderweg befindet sich gegenüber der Wäldermetzge in Warth. Schlitten lassen sich unkompliziert an der Talstation der Dorfbahn oder in den örtlichen Sportgeschäften ausleihen.
Ein echtes Highlight ist der wöchentliche Rodelabend. Ein Traktor bringt alle sicher und bequem zum Startpunkt, bevor es mit Schwung talwärts geht – durch Kurven, über flotte Geraden und entspannt ins Ziel. Zum Abschluss warten Glühwein für die Erwachsenen und Kinderpunsch für die kleinen Rodler.
Auch in Schröcken wartet wöchentliches Abendrodeln auf Groß und Klein: auf der 2 km langen und beleuchteten Rodelbahn geht es vom Ortsteil Nesslegg hinunter nach Heimboden. Nochmal? Dann ab in den Rodelbus und zurück an den Start!
Im Dorf Warth könnt ihr außerdem nachmittags Schlittschuhlaufen auf dem zugefrorenen und geräumten Dorfsee. Das probieren wir beim nächsten Mal aus!
Travelisto blickt zurück.
Wenn ihr Skifahren wollt in einem gut erreichbaren, abwechslungsreichen, großen Skigebiet, das zugleich seine Ursprünglichkeit bewahrt hat, und außer Skifahren auch viele Möglichkeiten anderer winterlicher Aktivitäten und Wellness und Entspannung nach dem Skifahren bietet, nicht zu vergessen nachhaltige, regionale Kulinarik in gemütlicher und zugleich moderner Atmosphäre, dann seid ihr im Skigebiet Warth-Schröcken genau richtig!
DER REISE-PODCAST: JETZT REINHÖREN.
Travelisto über ihren Winterurlaub in Warth-Schröcken.




















