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Johannes Strolz bereitet sich auf die Abfahrt vor, hinter ihm erheben sich weiße Berge.

Johannes Strolz: Für Warth-Schröcken mehr als ein Olympiasieger.

Vom Heiba & Skifohra.

Johannes Strolz steht im Rennanzug, hinter ihm die verschneiten Berge.

Olympiasieger.

Ein Titel, der für immer bleibt. Doch Johannes Strolz ist weit mehr als seine Medaillen. Er ist Feuerwehrmann, Polizist, Bergbauer, Sohn, Bruder und Teil einer Dorfgemeinschaft, in der Zusammenhalt zählt. Ein Blick hinter die Kulissen eines Menschen, dessen größte Stärke vielleicht nicht nur auf der Skipiste liegt.

Vom Hören-Sagen.

Sommer 2024. Wir wissen: Johannes ist für einige Zeit zurück in Warth. Immer wieder sehen wir ihn vorbeifahren – meistens nicht mit Skiern, sondern mit landwirtschaftlichen Geräten.

Als Büro-Nachbarn bekommen wir die ersten Geschichten von seiner Schwester Anna-Maria erzählt. Es geht um Hausbau, um viel Arbeit und um die Unterstützung durch ihren Bruder Johannes und Vater Hubert. Zwischen der eigenen Stallarbeit und der Baustelle von Anna-Maria wird hin und her gependelt. Zimmern, Betonieren, Mauern – anpacken, wo Hilfe gebraucht wird. Ganz selbstverständlich.

Johannes Strolz nimmt an einer Feuerwehrübung teil und hält zusammen mit einer Kollegin den Feuerwehrschlauch.

Ein neuer Feuerwehrmann in Warth.

Ein paar Tage später taucht ein Foto auf: Ein Feuerwehrmann mit Schlauch in der Hand. Eigentlich nichts Außergewöhnliches – und doch eine kleine Besonderheit für ein Dorf wie Warth.

Die Freiwillige Feuerwehr Warth hat ein neues Mitglied bekommen.
Wer es ist?
Johannes Strolz.

Ein Wunsch, den er offenbar schon länger hatte. Mit dem Bewusstsein, viel unterwegs zu sein, war es bisher schwierig, diesen Schritt zu machen. Doch gemeinsam mit der Feuerwehr Warth wurde eine Lösung gefunden. Ein neues Mitglied für die Gemeinschaft.

Mitte Juni. Hubert schaut kurz bei uns im Büro vorbei. Ein kurzer Austausch über den bevorstehenden Sommer – und damit über die intensive Zeit für die Bergbauernfamilie Strolz. Denn auf den steilen Hängen rund um Warth wartet viel Arbeit. Auch Johannes hilft mit, wann immer es sein Zeitplan erlaubt. Heuarbeiten werden abgestimmt, möglichst viel wird erledigt, wenn er zuhause ist.

„Doh geit eppas, doh isch Pfus dahintr.“
(Etwas geht schnell voran, ist schnell getan.)

Ein Satz, der Johannes und seine Familie wohl ziemlich gut beschreibt. Anpacken. Nicht lange reden. Einfach machen. Dazwischen bleiben Polizeischichten, Einsätze, Stallarbeit – und natürlich Trainingseinheiten für die nächste Skisaison.

Johannes Strolz posiert gemeinsam mit seinem Vater Hubert Strolz bei einem Skishooting.

Aus erster Hand.

Winter 2023/24. Ein Fotoshooting mit Johannes ist geplant. Während der Saison natürlich kaum möglich. Also warten wir. Dann kommt Ende April überraschend der Anruf: Johannes ist für kurze Zeit zur Erholung in Warth. Die Wintersaison ist bei uns bereits vorbei – doch der Schnee hält sich hartnäckig. Perfekte Bedingungen für ein Shooting auf der Piste. Pisten präparieren, Ski-Doo organisieren, alles vorbereiten. Eigentlich wollten wir es so unkompliziert wie möglich halten. Unser Plan: Die Slalomstangen vorab organisieren und stecken. Doch diesen Plan hatten wir ohne Hubert und Johannes gemacht.

„Des geit scho“
(Das geht schon)

Mit dem Bohrer im Rucksack übernehmen sie die Arbeit kurzerhand selbst. Natürlich nicht, bevor sie nebenbei noch den Gemeindearbeitern helfen, einen im Tiefschnee feststeckenden Ski-Doo zu befreien. Auch bei den unkomplizierten Shootings zeigt sich schnell: Johannes bleibt Johannes. Bodenständig, hilfsbereit und immer bereit mit anzupacken.

Johannes Strolz ist dabei, sein Heu zusammenzurechen.

Zwischen Heuarbeit und Weltcuptraining.

Sommer 2024. Ein kleiner Videodreh über die Heuarbeit der Familie Strolz ist geplant. Zwischen Hilfeleistungen bei anderen Bauern, Online-Terminen und dem bevorstehenden Schneetraining in Chile finden wir einen Termin. Als wir ankommen, ist die Familie bereits mitten in der Arbeit. Mit großem Respekt begleiten wir sie bei dieser körperlich fordernden Aufgabe an den steilen Berghängen. Eine Arbeit, die viel Erfahrung, Kraft und Ausdauer verlangt.

Wir wissen: Johannes fliegt am nächsten Tag nach Chile.
Was wir erst während einer kurzen Pause erfahren: Der Arbeitstag beginnt um 2:30 Uhr.

Trotzdem wirkt Johannes entspannt. Ruhig. Fokussiert.

Gegen 16:30 Uhr neigt sich die Arbeit dem Ende zu. Eine Ecke ist noch offen. Hubert möchte sie am nächsten Tag alleine fertig machen, damit Johannes nach Hause fahren und sich auf die Abreise vorbereiten kann.

Doch dann kommt dieser Satz:

„Des geit scho“.

Welcher Titel Johannes Strolz wirklich gerecht werden würde?
Wir wissen es nicht.

Denn für Warth-Schröcken ist Johannes Strolz vor allem eines: ein Mensch aus der Mitte der Gemeinschaft.
Ein Olympiasieger, ja.
Aber eben noch viel mehr.

Sie möchten mehr über seinen Weg, seine Erfolge, Rückschläge und Ziele erfahren?

Auf seiner persönlichen Webseite gibt Johannes Einblicke in seine Karriere, seine Heimat und die Geschichten hinter den Erfolgen.

Auch in der Podcast-Episode „Wos dahinter steckt“ von Nici Schmidhofer und Conny Hütter erzählt Johannes über seine Olympiageschichte, seine Gedanken nach dem größten Erfolg seiner Karriere und darüber, wann das Slalomteam der Herren auch einmal richtig feiern kann.

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